Kultur- und Heimatverein Landwüst

Kunst, KUltur, Heimatpflege, Heimatkunde, bürgerschzaftliches Engagement für gemeinnützige Zwecke

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Das dringende Bedürfnis

Zu DDR-Zeiten war das Einkaufen nicht so einfach. Das nächste größere Kaufhaus war in Plauen. Eine Landwüster Familie fuhr also mit Ihrem Trabbi nach Plauen und wollte in besagtes Kaufhaus. Beim Aussteigen auf dem Parkplatz meldete sich die kleine Tochter mit dem zu allen Zeiten bei Autofahrern beliebten Worten "Ich muss mal!". Auf die Frage, ob sie es denn nicht noch ein paar Minuten aushalten könne, kam die prompte Antwort "Neiiiiiin!". Und als dann die Frage "Groß oder klein?" auch noch mit "Groooooß!" beantwortet wurde, war das Problem auch groß. Ein Busch war nicht zu sehen, eine Toilette erst recht nicht. Also, was tun?!


Der Familienvater, als erfindungsreicher Mensch, schaute in seinen Kofferraum und erspähte altes, zusammengefaltetes Packpapier. "Na wenigstens was", dachte er, breitete das Papier zwischen seinem und dem Nachbarauto aus und das Mädchen konnte darauf ihr so drängendes Geschäft verrichten.
Anschließend wurde das Papier zusammengefaltet und der nächste Papierkorb gesucht. Allerdings war gerade keiner zu sehen, also legte der Vater das Päckchen erst mal in den Kofferaum, schloss ab und ging dann mit der Familie, von allen Problemen entlastet, zum Einkaufen.
Nach dem Einkaufen setzten sich alle ins Auto, fuhren heim und vergaßen das ungewöhnliche Päckchen im Kofferraum.
Kurz vor Landwüst viel ihnen ein, dass man ja eigentlich noch das Stückchen zu den Tschechen fahren könne, um dort noch einige Dinge einzukaufen.
An der Grenze standen damals noch die DDR-Zöllner, mit denen nicht zu spaßen war. Als bei der Kontrolle des Kofferraumes der Zöllner fragte "Und was ist da drin?", während er mit dem Zeigefinger auf ein ein kleines Packpapierpäckchen zeigte, viel allen unter plötzlichem Schweißausbrauch wieder ein, was es war.
Es ist nicht überliefert, wie die Antwort lautete. Es wurde jedenfalls hinterher im Dorfe allseits bewundert, wie die Situation gemeistert wurde. Es wurde nicht bekannt, ob sich der Zöllner überzeugen ließ, die Familie ohne eigene Inaugenscheinnahme des Inhalts des besagten Päckchens fahren zu lassen.